Manifesto

Film zur Ausstellung

Die Sehnsucht nach Manifesten ist ungebrochen. Das zeigt Julian Rosefeldts (geb. 1965) Filminstallation Manifesto, die 2016 im Hamburger Bahnhof zu sehen war. 13 parallel laufende Filme bringen zornige, jugendlich und unerhört aktuell klingende Worte auf die Leinwand. Tatsächlich hat Rosefeldt für jeden Film historische Originaltexte aus zahlreichen Manifesten collagiert. Der inhaltlichen und performativen Energie der Proklamationen ist die Lebendigkeit und der wütende Aufschrei einer jungen Generation eingeschrieben.

Durch Kürzungen und Kombination von Texten sind so 13 poetische Monologe entstanden. Rosefeldt verbindet sie mit seinem Interesse an den Arbeits- und Lebenswelten der Gegenwart und führt die neu entstandenen Manifesttexte mit Situationen der heutigen Zeit zusammen, in denen verschiedene Frauen öffentlich vorgetragene wie innerlich geführte Monologe halten. Verkörpert werden sie von der australischen Schauspielerin Cate Blanchett. Die Einzelfilme entwickeln daraus eine Bandbreite von höchst individuellen Persönlichkeiten: Durch Kostüm, Maske, Drehort und ihr facettenreiches Spiel verwandelt sich Blanchett in so unterschiedliche Figuren wie eine Grundschullehrerin, eine Puppenspielerin, eine Brokerin, eine Trauerrednerin und einen Obdachlosen.

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© VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Vor 6 years gepostet

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